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Red Sparrow (Vorpremiere)

Thriller | Ab 16 Jahren | 141 Min. | 01.03.2018

Dummy

Produktion 2018

Original-Titel Red Sparrow

Verleih Twentieth Century Fox of Germany GmbH

Film-Information

Russland während der Putin-Administrative: Dominika Egorova (Jennifer Lawrence) ist eine disziplinierte und zu allem entschlossene Primaballerina, die nach einer Verletzung ihren Beruf nicht mehr ausüben kann. Um auch weiterhin für ihre Mutter sorgen zu können, nimmt sie das lukrative Angebot an, sich im Red-Sparrow-Programm der russischen Regierung zu einer Geheimagentin ausbilden zu lassen. Die Ausbildung ist hart und führt sie körperlich wie seelisch an ihre Grenzen. Nachdem sie sie überstanden hat, soll sie den jungen amerikanischen CIA-Agenten Nathaniel Nash (Joel Edgerton) überwachen und herausfinden, wer der wichtigste amerikanische Maulwurf in der russischen Politik ist. Doch schnell gerät das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Egorova und Nash außer Kontrolle und es ist nicht mehr klar, wer hier eigentlich für wen arbeitet...

Kommentar

Thriller um eine russsische Auftragskillerin nach dem Bestseller von Jason Matthews. Eine vom Aussterben bedrohte Spezies ist er geworden, der Spionagethriller für Erwachsene. Jennifer Lawrence und ihr "Die Tribute von Panem"-Regisseur Francis Lawrence ändern das jetzt mit der Verfilmung des ersten Bestsellerromans einer Trilogie des ehemaligen Geheimagenten Jason Matthews, die sich zu etwa gleichen Teilen bei "Der Spion, der aus der Kälte kam" und "Atomic Blonde" bedient. Dabei ist "Red Sparrow" mehr als nur eine gut geölte Genremaschine, eine genussvoll perverse Variante von "Nikita", sondern eher zufällig auch noch der tagesaktuellste Film, den man sich nur vorstellen kann (und was die Filmemacher zum Zeitpunkt des Drehs unmöglich gewusst haben können): Aber der neu hochkochende Kalte Krieg zwischen den USA und Russland ist ebenso ein Thema wie auch die metoo-Debatte: Die eiskalte Heldin des Films, Dominika, ist auf Gedeih und Verderb dem männlichen Machtapparat ausgeliefert und muss als "Roter Spatz", also als eigens für heikle Missionen ausgebildete Agentin, jederzeit bereit sein, sich wie eine Prostituierte auszuliefern. Bis sie den Spieß umdreht, wobei die längste Zeit unklar bleibt, wem ihre Loyalitäten gehören und was ihre eigene Agenda ist. Das präzis ausgeklügelte Katz-und-Maus-Spiel zwischen Dominika und dem CIA-Agenten Nathaniel Nash, gespielt von Joel Edgerton, der sich einem Kontakt in Russland verpflichtet fühlt und der aufzufliegen droht, wenn der Amerikaner ihm nicht hilft, verpackt Regisseur Lawrence in das strahlend attraktivste Äußere, als würde er nicht einen dreckigen, sexuell aufgeladenen und vor allem extrem gewalttätigen Krimiplot abspielen, sondern große Oper inszenieren. Nicht von ungefähr beginnt der Film mit einem Ballett, das Lawrence im Stil von "Der Pate" mit einer geheimen Übergabe in einem Moskauer Park gegenschneidet. Hier ist Dominika noch eine gefeierte Ballerina, die einen folgenschweren Unfall erleidet, der ihre Karriere mit einem Schlag beendet. Von Mittellosigkeit bedroht, was auch bedeuten würde, dass ihre kranke Mutter nicht mehr ärztlich betreut werden kann, lässt sie sich auf den Vorschlag ihres bestens vernetzten Onkels ein, sich in der "Hurenschule" von Matron, gespielt von Charlotte Rampling, die ohne jeden Zweifel die beste Darstellerin für diese Rolle ist, ausbilden zu lassen. Jennifer Lawrence spielt ihre volle Starpower aus als gefallener Engel, beweist aber auch Mut mit vielen Szenen, die sie in weitgehend oder ganz unbekleidetem Stadium zeigen. Natürlich geht es ihr und ihrem Regisseur um Kink, um die Fetischisierung von Körpern und Gewalt an Körpern: Folter oder Sex nehmen hier eine gleichbedeutende Position ein. Vor allem aber ist es dann der wilde Plot, der einen fesselt. Und hoffen lässt, dass die beiden anderen Bücher der Trilogie von Matthews auch verfilmt werden. ts.

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