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Die dunkelste Stunde

Drama Historisch | Ab 6 Jahren | 126 Min. | 18.01.2018

Dummy

Produktion 2017

Original-Titel Darkest Hour

Verleih UPI - Universal Pictures

Film-Information

Erst wenige Tage im Amt, steht der neue britische Premierminister als Nachfolger von Neville Chamberlain (Ronald Pickup) 1940 vor einer Mammutaufgabe. Die gegnerische Streitmacht stürmt West-Europa, die Niederlage gegen Nazi-Deutschland ist beinahe schon besiegelt. Also steht Winston Churchill (Gary Oldman) unter Druck, einen Frieden mit Adolf Hitler zu verhandeln, der Großbritannien zu einer Marionette des Dritten Reiches machen würde. Während die britische Armee in Dünkirchen strandet, beweist Churchill Courage und kämpft weiter. In seiner wohl dunkelsten Stunde als Premier muss er den baldigen Einmarsch der Nazis verhindern, sich gegenüber seiner eigenen Partei und dem skeptischen König George VI. (Ben Mendelsohn) durchsetzen, seine Nation vereinen, kurz: den Lauf der Geschichte entscheidend ändern...

Kommentar

Prächtiger Historienfilm mit viel Emotion und überraschendem Humor über die Tage, in denen sich für den britischen Premier Churchill und sein Land der Zweite Weltkrieg entscheidet. Um die schmerzhafte Bauchlandung mit dem teuren Flop "Pan" zu verkraften, kehrt der Brite Joe Wright zu den eigenen Anfängen und auf beeindruckende Weise zurück auf Erfolgskurs. Nachdem er die Schlacht von Dünkirchen bereits in seiner Ian-McEwan-Adaption "Abbitte" thematisiert hatte, seinerzeit in einer längst legendären fünfminütigen Plansequenz, rückt dieser für den Fortbestand Englands entscheidende Moment des Zweiten Weltkriegs wieder in den Mittelpunkt eines Films, den man auch als Begleitfilm zu "Dunkirk" betrachten könnte. Weicht Christopher Nolans Meisterwerk nicht einen Moment von der Seite der am französischen Strand ums Überleben kämpfenden Männer - selbst Churchills "Never surrender"-Rede wird ganz am Ende von einem Soldaten aus der Zeitung vorgelesen -, nimmt "Die dunkelste Stunde" den Zuschauer mit in die Räume der Macht, in denen über das Schicksal der englischen Armee entschieden wird: Wenn sie in Frankreich zerrieben wird, kann sich die Insel nicht länger gegen Nazi-Deutschland verteidigen und wird gewiss fallen, wie schon Holland, Belgien und nun auch Frankreich gefallen sind. Selten weicht die Kamera von der Seite Churchills, der nach mehrjährigem Exil aus der Politik ausgewählt wird, den schwachen Chamberlain als Premierminister abzulösen. Fast nicht wiederzuerkennen ist Gary Oldman, der voll und ganz hinter der Figur verschwindet, die er zu spielen hat - und vor allem John Lithgow und Brian Cox sofort vergessen lässt, die sich in "The Crown" respektive "Churchill" ebenfalls gerade erst an dem bekanntesten englischen Politiker des 20. Jahrhunderts versucht hatten. Was den Film öffnet, ist neben Wrights visuellem Einfallsreichtum die clevere Entscheidung, die Geschichte aus der Sicht von Churchills neuer Tippse, der für die Handlung erfundenen Elizabeth Layton zu erzählen: Lilly James aus "Downton Abbey" ist mit ihren großen Rehaugen eine optimale Identifikationsfigur, ein einfaches Mädchen, das zunächst von Churchills grober Art eingeschüchtert ist, aber nach und nach auch den Menschen entdeckt, der sich hinter dem barschen Auftreten versteckt: Daraus entwickelt "Die dunkelste Stunde" einen Humor, den man ihm nicht so ohne weiteres zugetraut hätte - und das Drama umso besser funktionieren lässt. Im Kern geht es um die wagemutigen Manöver des mehr und mehr isolierten und längst nicht immer hundertprozentig von seinem Weg überzeugten Premiers, einerseits die Bestrebungen der politischen Kontrahenten einzudämmen, Friedensverhandlungen mit Hitler aufzunehmen, andererseits sein Volk auf einen Kampf einzuschwören, der womöglich nicht gewonnen werden kann. Was zu einem genialen dramaturgischen Kniff führt, Churchill am Tag seiner wichtigsten Rede erstmals die U-Bahn nach Westminster nehmen zu lassen und ihn mit ganz normalen Bürgern zu konfrontieren. Es ist eine emotional höchst befriedigende Präambel für seinen Auftritt vor dem Parlament, den Joe Wright als berauschendes Erlebnis inszeniert. Überwältigungskino kann so schön sein. ts.

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